Was die Zukunftssicherheit des öffentlichen Diensts mit Holzfällerarbeiten zu tun hat

Disruptive IT Trends4 minutes readJul 10th, 2021
SHARE +

Beim Versuch, die Zukunft besser zu verstehen, ist oft ein Blick in die Vergangenheit hilfreich, der industrielle Makro-Trends aufdeckt. So wurde über Jahrtausende hinweg Holz mit Äxten geschlagen. Es war harte, körperliche Arbeit. Ermöglicht wurde dies, weil ortsansässige Schmiede herausfanden, wie man Werkzeuge aus Metall herstellt. Um 1870 wurden die Gerätschaften ausgereifter – in Fabriken wurden nun Sägen hergestellt, die nicht so schwer waren wie Äxte und mit denen die Holzverarbeitung schneller und billiger möglich war. In den 1950er Jahren begann das Zeitalter der Kettensäge – immer leichtere Benzinmotoren machten es möglich. Und so wird es immer wieder etwas Neues geben.

Was zeigt uns das? Wenn wir vorhersagen wollen, wie die Zukunft aussehen könnte, dürfen wir nicht nur die Entwicklungen in einem einzelnen Bereich betrachten. Wir müssen alle Branchen miteinbeziehen und unsere Ergebnisse miteinander in Zusammenhang bringen, um herauszufinden, wie wir sie kombinieren und so neue Dinge ermöglichen.

Ich habe oft genug gesehen, wie das, was zunächst zukunftsträchtig im „Bereich des Möglichen“ lag – die neueste große Errungenschaft – realisiert wurde, um in der Folge vorhersehbar, alltäglich und irgendwann zum Vermächtnis zu werden. Wobei sich zuerst noch alle daran erinnern, dann nur noch einige – und schließlich die einstmalige Innovation katalogisiert, aber vergessen ist. 8-Spur Tonbänder sind dafür ein gutes Beispiel.

Die meisten von uns haben sich daran gewöhnt, dass Fortschritte in der Technologie die Messlatte im „Bereich des Möglichen“ immer weiter nach oben verschieben. Weniger ausgeprägt, weniger bekannt und weniger offensichtlich verändern sich die Erwartungen der Kunden. Ein einfaches Beispiel: Der Gedanke, dass irgendein wettbewerbsfähiges Unternehmen heute keine Online-Plattform hat, um seine Dienstleistungen zu bewerben und zu verkaufen, erscheint geradezu absurd. Das gilt zunehmend auch für den öffentlichen Dienst, für lange Zeit die Bastion der endlosen Warteschlangen und der Bürokratie.

Die öffentliche Hand wird nicht durch den gnadenlosen Wettbewerb angetrieben, der andere Branchen kennzeichnet. Doch sollte er das vielleicht? Streng genommen haben Behörden keine Kunden – aber sind wir als Steuerzahler denn nicht auch Kunden? Bedeutet das nicht, dass wir wie Kunden behandelt werden sollten und Dienstleistungen auf einem Niveau erhalten, wie wir es uns vorstellen? Dürften wir in Zeiten, in denen alles digital und digitalisiert ist, nicht von unseren Behörden und dem öffentlichen Sektor erwarten, dass sie uns ein Mitspracherecht bei den Dienstleistungen geben, die uns zur Verfügung gestellt werden?

Die öffentliche Hand kann sich diesem Wandel der Verbrauchererwartungen nicht entziehen. Zudem müssen öffentliche Dienstleistungen nun, auch aufgrund COVID-19, mit geringeren Budgets, sicherer und flexibler erbracht werden – für eine Öffentlichkeit, deren Erwartungen von kommerziellen Märkten geprägt sind. Die Frage ist also: Wie kann der öffentliche Dienst mit weniger Einsatz bessere Resultate liefern?

Ein wichtiger Ansatzpunkt ist eine veränderte Denkweise. Ein weiterer Schritt ist das Recruiting von Nachwuchstalenten. Behörden müssen anfangen, darüber nachzudenken, wie eine „tolle Verwaltung“ aussehen sollte – eine öffentliche Hand, die junge Menschen dazu anregt, sich für den Wandel hin zu einer digitalisierten Verwaltung einzusetzen. Eine öffentliche Hand, die sinnvoll ist und deutlich machen kann, was sie der jungen Generation zu bieten hat. Eine öffentliche Hand, die junge Leute dazu bringt, sich für Themen wie Polizei und Verwaltung zu interessieren und in diesen Bereichen eine Karriere anzustreben.

Unisys ermöglicht Einrichtungen auf lokaler, Länder- und Bundesebene im öffentlichen Dienst, diese Erwartungslücken zu schließen. Wir unterstützen Behörden beispielsweise mit Dokumentenmanagement, Prozessautomatisierung und Analytik. Wir bieten Dienstleistungen, die einen optimierten digitalen Arbeitsplatz schaffen und die Investitionen in IT-Infrastrukturen und in die Cloud verbessern. Wir sorgen für einen flexibleren und zugänglicheren öffentlichen Dienst, machen ihn fit für die Zukunft – und helfen ihm, Talente für sich zu gewinnen.

Um den sich ändernden Anforderungen und Erwartungen gerecht zu werden, braucht der öffentliche Dienst sowohl Technologien als auch eine offene Denkweise. Mag sein, dass wir jetzt bereits über großartige Kettensägen verfügen. Aber mit Blick auf die Vergangenheit können wir uns einer Sache sicher sein: Indem wir unsere Erfahrungen vernetzen, schaffen wir eine bessere Zukunft und erweitern die Spanne dessen, was im „Bereich des Möglichen“ liegt.

Tags-   digitalisierte Verwaltung Kundenerfahrung Makro-Branchentrends öffentlicher Dienst Personalbeschaffung Technologie


About The Author

Bill Brown

Bill has over 35 years of business leadership experience in the IT Services Industry in both selling and delivering enterprise and managed services solutions using regional and global infrastructure and applications delivery.

VIEW ALL POSTS »